21.12.2020 – Nostos

21 Dez von Klaus Breuninger

21.12.2020 – Nostos

Nostos in Stuttgart und Murau

Nach dem großen Erfolg von “i believe – A HOLOCAUST ORATORIO FOR TODAY”  hat Zane Zalis ein weiteres Werk geschrieben, das die geschichtliche Fortsetzung von “i believe” beschreibt.

Es geht um die vielen Rückkehrer, Vertriebenen und Heimatlosen, die nach einem Krieg in ihre Heimat zurück kehren. Aber auch um diejenigen, die Ihre Heimat oder ihre Identität verloren haben – die Soldaten, die durch die Kriegserlebnisse als andere Menschen zurückkamen, oder auch die Befreiten der KZs, deren Hab und Gut beschlagnahmt und verkauft wurde, und die bei Kriegsende vor dem Nichts standen. Was Zalis bei seiner Komposition nicht wissen konnte: fast zeitgleich mit der Uraufführung gelangten die ersten Flüchtlingsströme aus Afrika nach Europa, und das Thema “Flüchtlinge und Vertreibung” bekam so noch einmal eine eine ungewollte Aktualität.

Und auch dieses Mal durften der Solitude-Chor und das Sinfonieorchester der Universität Hohenheim die (Welt-) Uraufführung machen. Mit viel Prominenz im Publikum erklang am 3. Feb. 2018 das Werk erstmals in der Öffentlichkeit – und wieder war es ein großer Erfolg!

Die freundschaftlichen Beziehungen zur “Zalis-Crew” (Komponist, Solisten, Ausführende, Fans) waren in den vielen Jahren seit “i believe” immer stärker geworden. Und ganz speziell zu Marko Zeiler, der als Solist bei “i believe”gesungen hatte und bei dem wir seit vielen Jahren als Gäste seines Murau International Music Festivals mindestens eine Woche in der STeiermark zubrachten.
So entstand die anfangs etwas verwegene Idee, die komplette Stuttgarter Aufführung von NOSTOS im August des gleichen Jahres noch einmal zum Murau International Music Festivals zu exportieren.
Und wie so oft wurde von den Verantwortlichen des Solitude-Chors das Unmögliche möglich gemacht! Und so fuhren im August 2018 der Solitude-Chor (wiederum unterstützt von den Chorfreund*innen aus Wuppertal) und das Sinfonieorchester der Universität Hohenheim ins wunderschöne Murau in der Steiermark.

Doch es blieb nur wenig Zeit Urlaub, denn es bedurfte noch einiges an Proben, um ein so anspruchsvolles Werk wie NOSTOS nach mehreren Monaten Unterbrechung in nur drei Tagen wieder aufführungsreif zu bekommen. Denn zwischen der Uraufführung im Februar und dem Festival im August hatten sowohl der Solitude-Chor als auch das SO Hohenheim andere Projekte: der Solitude-Chor konzertierte bei den Chortagen und hatte zwei bezaubernde Konzerte mit Mozarts Kröungsmesse und Rutters Mass of the Children im Juli 2018, das SO Hohenheim führte Schuberts Große C-Dur-Sinfonie im Rahmen der Jubiläumskonzerte “200 Jahre Universität Hohenheim” im Innenhof des Schloss’ Hohenheim auf.

So musste oft bis in die späten Abendstunden geprobt werden, bis alles wieder so souverän lief wie ein halbes Jahr zuvor. Dazu kam eine weitere, kleiner Uraufführung im Rahmen des Festivals: das Werk des Preisträgers des Kompositionswettbewerbs wird traditionell im Rahmen des Abschlusskonzerts des Murau International Music Festivals aufgeführt. So durften wir noch (dieses Mal unter der Leitung von Zane Zalis) das Werk “Triptychon eines Einsamen” nach Texten von Siegfried Paul Gelhausen in der Vertonung von Günther Antesberger, uraufführen. Hier “kämpften” wir vor allem mit der steirischen Mundart.

Doch das Ergebnis war wieder mehr als beeindruckend: in der wunderschön illuminierten Stadtkirche von Murau erklangen die beiden Werke an zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Das Publikum in der bis auf den letzten Platz besetzten Kirche war begeistert und selbst dem ORF war unser Konzert eine Reportage wert.

Für die vielen Bilder ein spezieller Dank an:

  • Christoph Bächtle, Stuttgart (Bilder Stuttgart)
  • Hansjörg Maier, Stuttgart (Bilder Stuttgart und Murau)
  • Manfred Feurer, Stuttgart (Bilder Stuttgart)
  • alle Bilder mit “© 2018 www.mimf.at” sind von Jucija Novak, der vollständige Vermerk sollte heißen: “Foto: © 2018 www.mimf.at Lucija Novak”

Bei Bildern in den Bildergalerien ist der Name des Fotografs/der Fotografin im Dateinamen zu sehen (auf das Bild klicken, dann erscheint die Bildunterschrift)

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